Grundsätze der Arbeit

Der Mädchentreff Ottensen bietet Raum für Auseinandersetzung, Entwicklung, Freude und auch Schutz. Die Mädchen werden als Persönlichkeiten im Wachstum mit Stärken und Entwicklungspotentialen gesehen. Dabei richtet sich der Blick auf die Gesamtpersönlichkeit. Wir arbeiten ressourcenorientiert und bestätigen und unterstützen die Stärken der Besucherinnen. Die Mädchen werden in ihrer individuellen Entwicklung begleitet und erfahren schulische und berufliche Unterstützung. Sie werden motiviert, ihre individuellen Bedürfnisse und Interessen zu artikulieren. Die Angebotsstruktur richtet sich flexibel danach aus. Zudem sind die außerschulische Bildung und Prävention wichtige Teile der Arbeit.

Der Mädchentreff Ottensen möchte jungen Mädchen einen stabilen Raum für ihre Entfaltung und Entwicklung bieten, welcher fördernd auf ihre individuelle Lebensplanung wirkt.

Zu den Grundsätzen unserer Arbeit zählen:

Freiwilligkeit und Niederschwelligkeit

Alle Angebote basieren auf dem Einverständnis der Mädchen.

Die Rahmenbedingungen der Angebote sowie deren Inhalte sind niedrigschwellig im Sinne von leicht zugänglich, alltagsnah und spontan anzunehmen.

Parteilichkeit

Parteiliche Mädchenarbeit will dazu beitragen, dass Mädchen eigenständige Lebensformen und Zukunftsperspektiven entwickeln. Sie will helfen, dass die Mädchen für sich stimmige Verhaltensweisen erwerben und verwirklichen können. Die Mädchen werden ernst genommen. Das bedeutet, ihre jeweiligen Bedürfnisse und Problemagen wahrzunehmen, ihre Erfahrungen, Einstellungen und Verhaltensweisen zu respektieren und dennoch eine verbindliche, obgleich auch kritische Auseinandersetzung mit ihnen zu suchen. Die gesamte Persönlichkeit des Mädchens mit ihrem Denken, Fühlen, ihrem Verhalten und Interessen sind richtungsweisend für das pädagogische Handeln.

Partizipation

Die Besucherinnen werden motiviert, sich an Planungsprozessen im Mädchentreff und an der Durchführung von Projekten und Aktivitäten zu beteiligen. Thematische Bereiche sind z.B. Ausflüge, Ferienprogramme, Raumgestaltung, Angebote im Mädchentreff, Öffnungszeiten und Regeln.

Die Wünsche, Bedürfnisse und Kritik der Mädchen werden regelmäßig in Umfragen und einem Meinungskasten erfasst. Außerdem findet regelmäßig eine Vollversammlung mit den Besucherinnen statt, um diese Themen zu besprechen und zu diskutieren.

Diskriminierungsfreier Raum

Im Mädchentreff sind alle Mädchen zwischen 10 und 18 Jahren willkommen, unabhängig von ihrer (kulturellen) Herkunft, sexuellen Orientierung und ihrer körperlichen oder seelischen Situation.

Wir legen Wert darauf, dass dieses Prinzip auch von den Besucherinnen geachtet wird. Die Mädchen sollen darin gefördert werden, Unvertrautem mit Neugierde zu begegnen, sowie Ängste gegenüber diesem „Unvertrautem“ zu bearbeiten und Vorurteile abzubauen. Wir möchten den Mädchen eine positive Bewertung von Vielfalt vermitteln. Die Mädchen sollen ein Bewusstsein für Menschenrechte und einen respektvollen Umgang mit Menschen, gleich welchem kulturellem oder persönlichen Hintergrund entwickeln.

Die Mädchen sollen darin begleitet werden, ein solidarisches Miteinander statt Konkurrenz zu üben.

Suchtpräventive Arbeit

Der Konsum von Suchtmitteln wie Zigaretten, Alkohol und illegalen Drogen ist im Mädchentreff verboten.

Wir greifen Gespräche über Suchtmittelkonsum oder auffälliges Essverhalten der Mädchen auf, um so eine kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen und in ihrer Umwelt vorgelebten Konsumverhalten zu ermöglichen. Außerdem werden Risiken des Suchtmittelkonsums thematisiert.

Suchtpräventive Arbeit hat die Stabilisierung der Persönlichkeit und eine damit einhergehende Widerstandskraft zum Ziel. Die Mädchen sollen darin gefördert werden, eine selbstbewusste, konsumkritische und eigenständig handelnde Persönlichkeit zu entwickeln. Hierfür ist es wichtig, den Mädchen Erfolgserlebnisse, eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung und ein inneres Wohlbefinden zu vermitteln. Dies ist Teil des Alltags im Mädchentreff, findet sich aber insbesondere in der Projektarbeit und in erlebnispädagogischen Angeboten im Ferienprogramm wieder.

Lobbyarbeit

Die Pädagoginnen sehen sich als Vertreterinnen der Interessen von Mädchen auf politischer und gesellschaftlicher Ebene, beginnend im unmittelbaren Sozialraum.

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